Arsène Lupin? . Der Autor? . Arsène Lupin auf Deutsch . Kino und Fernsehen . Links . Vorbilder Lupins


Arsène Lupin? Arsène Lupin:

Arsène Lupin gehört wie Sherlock Holmes, Pater Brown oder Kommissar Maigret zu den klassischen Detektivgestalten der Weltliteratur. Galanter Gentleman und gerechter Dieb zugleich, enfaltete Lupin in seinen Abenteuern einen unwiderstehlichen Charme. Mehr über Arsène Lupin im Pdf


Der Autor: Maurice Leblanc

Maurice Leblanc wurde 1864 in Rouen geboren. Sein Geburtshelfer war niemand geringeres als Achille Flaubert, der Bruder des berühmten Autors der Madame Bovary. Schon als Schüler begeistert sich Leblanc für die großen französischen Schriftsteller seiner Epoche, besonders für Gustave Flaubert und Guy de Maupassant, beide wie er aus der Normandie stammend. Für eine literarische Laufbahn gilt es jedoch zunächst, den Widerstand seines Vaters zu brechen, der für den Sohn eine Karriere in der Fabrik einer befreundeten Familie vorsieht. 1885 darf der junge Maurice schließlich ein Jura-Studium in Paris beginnen, das ihm vor allem als Alibi dient, sich fern der väterlichen Obhut intensiver der Schriftstellerei zu widmen. Mit ersten Zeitungsartikeln, Essays und Besuchen in den einschlägigen literarischen Kreisen gewinnt er die Protektion Maupassants. Seine ersten Romane, am Naturalismus der Goncourts und den Werken Flauberts und Maupassants geschult, verschaffen ihm zwar die Anerkennung der literarischen Elite – wohlmeinende Kritik zum Beispiel von Jules Renard, Léon Bloy und Alphonse Daudet –, jedoch kaum Leser. Bio-Bibliographie von Maurice Leblanc im Pdf


Arsène Lupin auf Deutsch


Kino und Fernsehen

Insgesamt sind weltweit bisher über 40 Verfilmungen entstanden, TV-Serien und Kinofilme, darunter besonders im japanischen Raum auch viele Animationsfilme. Die bekanntesten sind:

2004: Arsène Lupin
von Jean-Paul Salomé mit Romain Duris, Kristin Scott Thomas, Eva Green, Matthieu Carrière u.a.
siehe http://www.imdb.com/title/tt0373690/

1979: Rupan sansei: Kariosutoro no shiro (dt. Das Schloß des Cagliostro)
japanischer Animationsfilm von Hayao Miyazaki ( http://www.imdb.com/name/nm0594503/)

1979: Die Insel der dreißig Tode
Mini-Serie von Marcel Crevenne mit Claude Jade, Jean-Paul Zehnacker, Yves Beneyton, Georges Marchal, Pascal Sellier, Julie Philippe u.a. – im Gegensatz zum gleichnamigen Roman taucht hier Arsène Lupin jedoch nicht persönlich auf.

1957: Les Aventures d'Arsène Lupin
von Jacques Becker mit Robert Lamoureux, Liselotte Pulver, O.E. Hasse u.a. (http://www.imdb.com/title/tt0050152/)

1909: Arsène Lupin
von Michel Carré mit Georges Tréville, Henry Baur (u.a.), erste Verfilmung überhaupt (http://www.imdb.com/title/tt0448350/)


Links

http://jypparsenelupin.ifrance.com/default.htm
Wissensspiel rund um die Romane und Erzählungen über Arsène Lupin. Leider nur auf Französisch.

http://www.arsene-lupin.com/
Internetseite des Wohnhauses Leblancs Le Clos Arsène Lupin in Etretat, Normandie, mit Öffnungszeiten und Erkundungstipps. Hier erdachte der Autor die meisten Geschichten um Arsène Lupin.

http://www.sherlockholmes-spiel.de/
Computerspiel: Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin


Vorbilder Lupins - Marius Jacob

Es gibt nachweislich mindestens zwei Personen, die für die Entstehung der Figur Lupins geistig Pate standen. Der Name Lupins geht auf den Pariser Stadtverordneten und Gelegenheitsdichter Arsène Lopin zurück, auf dessen ausdrücklichen Protest Leblanc wenigstens den ersten Vokal des Nachnamens änderte.
Der französische Anarchist und etwas andere Volksheld Marius Jacob mit seinem unbeugsamen Charakter ist wohl die wichtigste Inspirationsquelle für Maurice Leblanc gewesen, auch wenn er dies stets abstritt.

Stürmische Anfänge
Marius Jacob wird 1879 in Marseille geboren. Aufgewachsen im Arbeitermilieu heuert er schon mit zwölf Jahren als Schiffsjunge an und lernt auf seinen jahrelangen Reisen um die Welt die Höhen und Abgründe der Gesellschaft sowie des Lebens kennen. Nach einer abschließenden kurzen Karriere in der Seefahrt als Pirat kehrt er mit 18 Jahren endgültig aufs Festland zurück und beginnt, als Typograph zu arbeiten.

Ein Anarchist und Meisterdieb
Wahre Meisterschaft erlangt er jedoch bald im kleinkriminellen Gewerbe, außerdem wird er 1897 von der Justiz mit einem Sprengstoffanschlag der Anarchisten in Verbindung gebracht, denen sich Jacob zuvor angeschlossen hat. Ganz Frankreich wird 1899 zum ersten Mal amüsiert auf ihn aufmerksam, als er und ein Komplize als Polizisten verkleidet und vor den Augen eines wirklichen Staatsbeamten die gesamte Asservatenkammer des Marseiller Polizeipräsidiums "konfiszieren". Einer Verurteilung entgeht Jacob zunächst durch einige Kunstgriffe (z.B. Vortäuschung von geistiger Umnachtung) und gründet auf der Flucht eine Bande mit Prinzipien: "Les Travailleurs de la Nuit", deren Mitglieder nur relativ wohlhabende Bürger ausrauben und nur in Notwehr töten dürfen sowie regelmäßig in die Anarchistenkasse einzahlen müssen. Jacob ist ein Anarchist in Wort und Tat: Nach seiner Verhaftung und Verurteilung 1903 müssen im Gefängnis alle paar Wochen seine Wärter ausgetauscht werden, da er es mit seiner Intelligenz und Aufrichtigkeit schafft, sie alle zu seinem Gesellschaftsentwurf zu bekehren. Vor seiner Inhaftierung zeichnete er jedoch noch verantwortlich für über 150 ingeniöse Diebstähle, in denen unter anderem Masken, Regenschirme, Fahrräder und selbstschließende Türen zu unerwartetem Einsatz kamen.

Nach der Haft
Nach seiner Entlassung 1927 ist seine langjährige Geliebte und Begleiterin Rose bereits tot. Er versucht einen Neuanfang als fliegender Händler auf den Wochenmärkten Frankreichs und bringt es zu einem bescheidenen Häuschen. Zudem arbeitet er für "Le Libertaire", die Zeitschrift der illegalen Anarchisten. Auch am Spanienkrieg beteiligt er sich 1936 kurze Zeit, merkt aber schnell, dass es keine Hoffnung gegenüber der Übermacht der Frankisten und der Interessenkonflikte innerhalb des republikanischen Lagers gibt. Während des Zweiten Weltkrieges gewährt er Kämpfern der Résistance Unterschlupf. Sein letztes Lebensjahr verbringt er glücklich mit einem befreundeten jungen Ehepaar. Selbst bei der Vorbereitung seines Selbsmordes verlässt ihn sein Humor, lebenslanger Begleiter bei seinen kriminellen Streifzügen, nicht. Bevor er sich und seinem Hund Negro die Morphiumspritze setzt, notiert er für seine lieben Freunde auf einen Zettel: « (...) Linge lessivé, rincé, séché, mais pas repassé. J'ai la cosse. Excusez. Vous trouverez deux litres de rosé à côté de la paneterie. À votre santé. » (Wäsche gewaschen, ausgewrungen, getrocknet, aber nicht gebügelt. Hab' keine Lust mehr. Entschuldigt. Ihr findet zwei Liter Rosé neben dem Brotkorb. Auf euer Wohl ».)

Marius Jacob stirbt am 28. August 1954.

Einige Streiche Marius Jacobs
Einem Richter antwortet er auf die Frage, warum er denn die Bescheinigung eines Jura-Diplom ohne jeglichen materiellen Wert gestohlen hat: « Ich habe schon angefangen, meine Verteidigung vorzubereiten.»

Als er bei einem Einbruch entdeckt, dass sein Opfer Pierre Loti ist, stellt er alles an seinen Platz zurück und hinterlässt folgende Worte : « Nachdem ich aus Versehen bei Ihnen eingedrungen bin, konnte ich doch nicht dem alles nehmen, der von seiner Feder lebt. Jede Arbeit verdient ihren Lohn. At$tilla – P.S. Anbei 10 Francs für das zerbrochene Fenster und den beschädigten Fensterladen. »
Einer Gräfin, bei der er eingebrochen war, weil er sie für außerordentlich reich hielt, hinterließ er 10 000 Francs, nachdem er festgestellt hatte, dass die Schulden ihr bis zum Hals standen.

 

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